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Neues Wissen aus alten Daten – Chancen für Forschung und Versorgung durch Datenintegration


27. Januar 2015, 12:00-13:30

Seit Jahrzehnten werden klinische und biomedizinische Daten in verschiedenen Institutionen für Forschungszwecke gesammelt. Dabei werden unterschiedliche Datendefinitionen und -formate genutzt, die auf den jeweiligen Einsatzzweck zugeschnitten sind. Daher gestaltet sich die Nutzung solcher Datensammlungen für neue Einsatzgebiete oft schwierig. In der heutigen biomedizinischen Forschung ist es mit Hilfe von Hochdurchsatzmethoden möglich, bei vorhandenem Biomaterial korrespondierende „Omics“-Daten zu klinischen Daten zu erfassen. In der Folge möchte man diese Daten integriert betrachten, beispielsweise um Korrelationen zwischen Genotyp und Phänotyp zu erforschen. Aufgrund der Heterogenität der Datenquellen bedarf es dazu zunächst eines Harmonisierungsprozesses. Nach Erstellung einer gemeinsamen Datendefinition können die Daten der Quellen semantisch aufeinander abgebildet, transformiert und in eine gemeinsame Forschungsdatenbank, beispielsweise in Form eines Data-Warehouses, eingebracht werden.

Aufgabe der Medizinischen Informatik an einem Forschungsstandort wie dem Universitätsklinikum Heidelberg ist es, systematisch effiziente und generische Methoden und Werkzeuge zur Unterstützung der biomedizinischen Forschung zu entwickeln, die in verschiedenen Projekten und Verbünden genutzt werden können. In diesem Vortrag stellen wir unsere generischen Lösungsansätze vor und zeigen unser Vorgehen an Hand von zwei Verbundprojekten: zum einen dem Aufbau eines Forschungs-Data-Warehouses für das Krankheitsfeld Lungenkrebs des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL), zum anderen die Nutzung von historischen und neu erzeugten genomischen und klinischen Daten in der Systemmedizin für das Forschungsprojekt „Clinically-applicable, omics-based assessment of survival, side effects, and targets in multiple myeloma” (CLIOMMICS).